Die geheimnisvollen Eislöcher von Eppan

Zwischen den Orten Kaltern und Eppan liegen herrliche Wanderwege, das ist unbestritten. Zu Füßen des Gandbergs geht es entlang, es ist ein Weg für Genießer. Etwa auf halber Strecke (oberhalb der Abzweigung nach Oberplanitzing, an der Mendelstraße direkt über der Oberen Gand, einem Ortsteil von Eppan) dann begegnet man einem Phänomen der Natur, das man unbedingt näher studieren sollte, wenn man schon einmal hier ist.

Es handelt sich dabei nämlich um so genannte Eislöcher, von denen es weltweit nicht besonders viele gibt. Hier befindet man sich auf einer Höhe von ziemlich genau 500 Metern über dem Meeresspiegel, doch weil hier ein völlig eigenes Mikroklima herrscht, gedeihen an den Eislöchern Pflanzen, die sonst nur ab eine Höhe von 1.200 Metern wachsen! Die Mulde, in der die Löcher liegen, ist etwa 200 Meter lang und mindestens zehn, höchstens aber fünfzig Meter breit. Man nähert sich dem Ort, indem man auf die im Wald umher liegenden Blöcke aus Porphyr zuhält. Und wenn man angekommen ist, merkt man das auch sofort.

Denn aus einem unterirdischen Spaltensystem wird sehr kalte Luft in die Umgebung geleitet. Bis auf fünf Meter über dem Boden fällt die Temperatur über den Eislöchers deutlich ab, so deutlich, dass man als Besucher unbedingt mit einer extra Jacke ausgerüstet sein sollte. Inmitten der urzeitlichen Farne, den riesigen Findlingen und den begrünten Bäumen entsteht ein geradezu mystisches Flair, als ob man in einem verwunschenen Wald wäre. Durch das Mikroklima wachsen an den Eislöchern übrigens sage und schreibe 600 verschiedene Pflanzenarten, das dürfte nahezu einmalig sein. Und das, obwohl es auch im Hochsommer gut möglich ist, dass sich hier Eisflächen halten – teilweise sogar das ganze Jahr hindurch. Haben die Menschen früher gerätselt, was es mit den Eislöchern auf sich hatte, so ist das Phänomen heute durch die Wissenschaft erklärbar.

Und zwar anhand des in der Physik beheimateten Prinzips der Windröhre. Eine gewichtige Rolle spielen dabei die oben bereits erwähnten Porphyrblöcke, an deren Oberseite warme Luft in den durchlässigen Schutt hineinfließt. Das im Inneren kalte Gestein kühlt die Luft schnell ab, was zur Folge hat, dass diese zum Boden absinkt. Tritt die Luft unten angekommen aus dem Schuttstein wieder aus, ist sie stark heruntergekühlt – auf höchstens neun und mindestens null Grad Celsius! Klar, dass bei hitzigen Temperaturen im Sommer die Eislöcher von Einheimischen wie Touristen zu Kühlungszwecken verstärkt aufgesucht werden. Doch Obacht – warm anziehen, wenn man sich nicht erkälten will.

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