Das Dorfmuseum in Tramin

Dass die gesamte autonome Region Südtirol eine Gegend ist, in der Tradition noch etwas bedeutet, ist den meisten Urlaubern, die hierher kommen, natürlich bekannt. Und für die Region rund um Bozen, also für Kaltern am See, Eppan und auch Tramin, gilt das natürlich genauso.

Damit sind nicht zwangsläufig nur das Leben und der Lebensstil gemeint, die Menschen sind etwa ebenso stolz darauf, dass sie die lange Tradition des Weinbaus heute noch pflegen. Dazu gehört aber natürlich, dass man sich nicht nur für das Hier und Jetzt interessiert. Zu wissen, wie es früher war, sich dafür zu interessieren, wo man herkommt, das gehört in der Region um Bozen zu den Selbstverständlichkeiten der Menschen. Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es in nahezu jeder kleineren Stadt, in jeder Gemeinde und in jedem Dorf ein kleines Museum, das sich mit der eigenen Stadthistorie beschäftigt, mit Brauchtümern, mit der Entwicklung der Arbeit auf dem Feld und im Weinberg über die Jahrhunderte hinweg und mit dem langsamen Strukturwandel, den der Tourismus in Südtirol ausgelöst hat.

In der nur gut 200 Meter langen Mindelheimer Straße in Tramin an der Südtiroler Weinstraße ist seit 1989 das Dorfmuseum Tramin untergebracht. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein altes Haus einer kleinbäuerlichen Familie, das über einige Baudetails im gotischen Stil verfügt. Als klar war, dass das Museum hier einziehen würde, hat man – der Tradition verpflichtet – das Haus so gut es ging in seinem ursprünglichen Zustand belassen. Das Museum hat nicht nur für Touristen einen Wert. Durch die Sammlung (s. u.) werden auch die Bewohner Tramins daran erinnert, dass es Traditionen gibt, die es im Dorf zu wahren gilt. Denn für die Gemeinschaft im Ort ist es wichtig, sich der alten Sitten und Bräuche zu erinnern, die Kultur im Ort ist untrennbar damit verbunden.

Nur ein paar Meter unterhalb des Rathausplatzes von Tramin haben die Betreiber des Museums also in liebevoller Kleinarbeit Exponate gesammelt, die daran erinnern, wie es früher hier zugegangen ist. Eine umfangreiche Sammlung an alten Gerätschaften ist darunter, teilweise sind sie Berufen zuzuordnen, die es heute gar nicht mehr gibt. Figuren aus dem Fastnachtsumzug, der hier Tradition hat, Gegenstände aus dem bäuerlichen Leben und vergilbte Dokumente, die belegen, wie es im hier hoch geschätzte Vereinsleben früher zuging (was ebenfalls wichtig war und ist für die Bewohner), ergänzen die kleine, aber durchaus überzeugende Ausstellung, die auf zwei Stockwerken einfach, aber toll gemacht ist.

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